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„Weiterhin spenden Frauen (53 Prozent) mehr als Männer (47 Prozent), Ältere mehr als Junge, und ein gesichertes Einkommen verstärkt die Spendenbereitschaft. „ Das schreibt der Deutsche Fundraising Verband e.V. in seinem Spendenmonitor 2017. Allerdings bedauert der Geschäftsführer des Verbandes, Arne Peper, dass der Spendenwille nicht sonderlich gestiegen sei, trotz florierender Wirtschaft und höherer verfügbarer Einkommen.

Spendensammler sollen zunehmend staatliche Lücke füllen

„ Die Bevölkerung hat offenbar zunehmend das Gefühl, dass der Staat seinen Aufgaben nicht nachkommt und diese zunehmend gemeinnützigen Organisationen überlässt – und hier dann seiner Verantwortung, diese zu unterstützen, nicht in ausreichendem Maße gerecht wird.“ So der Verband. „ Zwar kritisieren insbesondere Nicht-Spender hohe Verwaltungskosten bei gemeinnützigen Organisationen (NGOs). Dafür sind aber in den Augen der BürgerInnen scheinbar weniger die NGOs selbst, sondern der Staat verantwortlich, von dem die große Mehrheit mehr Förderprogramme und Bürokratieabbau für NGOs fordert, damit diese effektiver arbeiten können. „Dies können wir als Verband nur deutlich unterstreichen, und das sollte in Koalitionsverhandlungen und in den Parteiprogrammen unbedingt seinen Niederschlag finden.“

Wieder mehr Spenden für Katastrophenhilfe

Auch habe sich der Schwerpunkt der Spendenzwecke von Hilfe für Kinder wieder in Richtung Nothilfe verschoben, was der medialen Aufmerksamkeit für die aktuellen Flüchtlingskatastrophen z.B. in Afrika geschuldet ist, so der Verband.

Durchschnittlich spendet jede/r Spender/in ca. 143€ pro Jahr. Hierbei wird von den Gebern verstärkt darauf geachtet, dass dieses Geld zur Ursachenbekämpfung und zur langfristigen Verbesserung vor Ort eingesetzt werden soll.

„Unser Fazit ist: Das politisch unsicher Jahr 2017 schlägt sich auch im Spendenverhalten wieder. Die Kultur des Gebens in Deutschland ist weiterhin nicht so sicher verankert wie in anderen Ländern. Das Gesamt-Spendenvolumen ist jedoch weiterhin auf einem hohen und unserer wirtschaftlichen Lage entsprechenden Niveau. Außerdem ist das Bewusstsein für sinnvollen Spendeneinsatz gewachsen, sowie die Erkenntnis, dass der Staat den Dritten Sektor stärker unterstützen sollte.“

Quelle: Deutscher Fundraising Verband

 

 

Transparenz gefordert

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken wünscht sich mehr Transparenz – und dass Laien stärker beteiligt werden, wenn es darum geht, Kirchengelder zu verteilen, schreibt die KNA in ihrem KNA Informationsdienst Nr. 47 / 22. November 2017

Die Debatte läuft seit Monaten: Der geplante Sparkurs des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) treibt in der katholischen Kirche so manchen Vertreter unterschiedlicher Organisationen um. Etwa von der  Friedensbewegung Pax Christi, die die komplette Streichung des bisherigen jährlichen Zuschusses von rund 60.000 Euro befürchtet. Auch Thomas  Sternberg, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), hat sich mehrfach zu Wort gemeldet. Bei seiner Vollversammlung will sich das Laiengremium nun in einer Erklärung deutlich zum Umgang mit den Kirchenfinanzen positionieren.
Über den derzeit rund 120 Millionen Euro umfassenden Haushalt des VDD finanziert die Kirche mit ihren 27 Diözesen bundesweite Aufgaben, etwa die Zuschüsse zu Hilfswerken und zur Auslandsseelsorge sowie zu vielen Verbänden und Medienaktivitäten.
Was die Finanzen angeht, meldete die Deutsche Bischofskonferenz für 2016 einen neuen Rekord bei den Kirchensteuereinnahmen: 6,146 Milliarden Euro, also 0,9 Prozent mehr als 2015 – trotz sinkender Mitgliederzahlen. Nachdem Sternberg nicht müde wurde, für eine Stärkung überdiözesaner Aufgaben zu werben, will das ZdK nun sehr konkrete Forderungen stellen – für eine langfristige Absicherung der Finanzierung sowie mehr Transparenz und Beteiligung.